Re: Hamlets Rache
Geschrieben von Andreas am 19. September 2003 16:20:09:
Als Antwort auf: Hamlets Rache geschrieben von Jürgen am 19. September 2003 14:09:39:
Hallo Janine, Hallo Jürgen,
so bin endlich auch mal wieder soweit frei im Kopf um mit Sapzierenzugehen.
Wirklich sehr schönes Thema. Und Jürgens Antwort ist eigentlich nichts hinzufügen. Aber, ich wäre nicht ich, wenn ich nicht ein Außer hätte ...
Außer, das es für mich doch etwas unklar ist, in welche Richtung Hamlets Rache gehen soll. Er ist sich da nicht sicher, inszeniert das Schauspiel, will Claudius öffentlich entlarven und j auch eigentlich Gertrud vor dem neuen Gatten retten. Da hat Jürgen Recht, mit Hamlets Problem und der Aussage ein einfaches Gemüt hätte kurz zugeschlagen und fertig. Eigentlich ist ja der letzendliche Tod Claudius "Totschlag im Affekt". Der gute Onkel wollte Hamlet vergiften, hat Gertrud erwischt, Laertes Degen vergiftet und durch "Zufall" auch Laertes getötet, wenn Hamlet hier zusticht, dann ist es beinahe schon Notwehr.
Hamlets Rache ist wirklich eine "unausgegorene" - sie zwingt ihn zwar zum Handeln, aber ich glaube kaum das er von tödlicher Rache beflügelt ist. Ob er nicht lange vor Mord zurückschreckt, denn ausser Rosenkranz und Güldenstern, die er in den Tod schickt, geschehen alle anderen Morde und Tote durch "Zufall", einer Handlung aus dem Affekt, als Resultat einer Verquickung von unglüklichen Umständen, welche zwar durchaus von Hamlet provoziert wurden, aber ob er tatsächlich dafür verantwortlich sein kann - juristisch, moralisch ? Man geht immer von Vorsatz aus - egal ob Mord oder Blutrache, aber der Vorsatz fehlt mir bei Hamlet, den kann ich nur bei Claudius sehen.Hmm, eigentlich ist das alles aber kein aber oder außer. Wohl halt doch nur breite Zustimmung für Jürgen.
Liebe Grüße,
Andreas