Re: Christa Schuenke


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Geschrieben von Christa Schuenke am 30. Mai 2000 19:27:17:

Als Antwort auf: Christa Schuenke geschrieben von Markus am 29. Mai 2000 18:16:03:

>Da fällt mir ein dass C. Schuenke am 18.6. glaub ich eine Lesung im alten Wiehre Bahnhof in Freiburg hält, da werd ich auf jeden fall dabei sein.
>Anmerkung: Falls sie ( oder du ? weis net ) dass hier lesen, könnten sie dann vielleicht nochmal die Daten der Lesung posten, ich finds net mehr, also Uhrzeit und gibts da Karten die man sich holen sollte und überhaupt ?
>Markus


Hallo Markus,

also erst mal sind Sonette immer gereimt. Sonett kommt ja aus dem Italienischen und vom Verb sonare, also klingen. Mithin heißt Sonett, wie Stefan George das mal so nett übersetzt hat, Klinggedicht. Und ohne Reim kein Kling, ist doch klar, oder. Ohne Reim allenfalls Klingon, aber das wollemer ja grad net.

Der (nicht das ;-))berühmteste Sonnetier war Petrarca. Der hat seiner Liebsten jede Menge Sonette geschrieben, was ihm aber, so jedenfalls steht es in der Literaturgeschichte geschrieben, nicht viel genützt haben soll. Danach ist das Sonetteschreiben (Plural übrigens tatsächlich Sonette und nicht Sonetten) eine richtige Mode geworden, und Shakespeare war in Albion keineswegs der, der damit angefangen hat. Er war nur eben auch darin wieder mal ganz besonders gut. Und er hat die Sonettform von Petraca, wie Jürgen M. Brandtner sie per Suchmaschine aus dem Netz gefischt hat, etwas abgewandelt. Bei ihm gibt es also drei Quartette (d. h. dreimal vier Verse), die ohne Leerzeilen dazwischen hintereinanderweg dastehen, und ein etwas eingerücktes Couplet, also einen Zweizeiler, der jeweils die Pointe oder die moralisierende Quintessenz des Gedichts enthält.

Die Quartette sind über Kreuz, alos nach dem Schema ababcdcdefef gereimt, das Couplet weist einen sogenannten Paarreim auch, also gg. Das kannst Du leicht überprüfen wenn Du Dir ein beliebiges von den 154 Shakespeare-Sonetten mal auf den Reim hin anschaust.

Das mit dem jambischen Pentameter stimmt auch. Die meisten Sonette sind in fünffüßigen Jamben geschrieben, beginnen also mit einer unbetonten Silbe, der eine betonte folgt, so daß jeder Vers zehn Silben hat, fünf betonte und fünf unbetonte. Manchmal gibt es kleine Unregelmäßigkeiten, aber die sind dem Meister nicht aus Versehen passiert, die hat er mit Absicht eingebaut. Machen übrigens alle Dichter so, jedenfalls alle guten.

So, und nun wolltest Du noch wissen, wie das mit der Lesung am 18. Juni in Freiburg im Alten Wiehrebahnhof ist. Die Veranstalter haben mir gestern mitgeteilt, daß sie extra Deinetwegen vom 25 Leute fassenden Cafe auf einen etwas größeren Raum ausweichen ;-) Nein, im Ernst, erfreulicherweise scheint das Interesse an der Lesung ganz schön groß zu sein. Sie findet also im Alten Wiehrebahnhof statt, am 18. 6. um 11 Uhr. Der Eintritt kostet DM 5,00 und wird vor Ort erhoben, denk ich mal. Sicherheitshalber könnt Ihr Euch aber telefonisch beim Literatur Forum Südwest erkundigen oder am besten direkt im Alten Wiehrebahnhof anrufen. Tel. Freiburg 70 95 95.

Ich hoffe, nun bist Du ein bißchen schlauer.

Schöne Grüße,

Christa

Da gibt's nun verschiedene mögliche Reimschemata.




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